100 Jahre Spielmannszug Istrup

Der Spielmannszug Istrup feiert sein 100-jähriges Bestehen.

Paukenschlag und Trommelwirbel: Istruper Spielmannszug feiert 100-jähriges Bestehen

 

Michaela Weiße am 16.04.2025 um 14:56 Uhr

 

Blomberg-Istrup. Was mit zwei Flöten und zwei Trommeln im Frühjahr 1925 begann, ist über die Jahrzehnte zu einer festen Größe in der Region gewachsen. Der Spielmannszug Istrup blickt in diesem Jahr auf sein 100-jähriges Bestehen zurück: In dieser Zeit haben Generationen von Menschen zusammen musiziert und Gemeinschaft erfahren. Früher wie heute bereichern die Spielleute mit ihrer Musik zahlreiche Veranstaltungen in Lippe und darüber hinaus. Sein besonderes Jubiläum zelebriert der Verein mit einem Festwochenende vom 16. bis zum 18. Mai.

 

„Unsere Musik verbindet Menschen und schafft Erinnerungen, die ein Leben lang halten“, sagt Annette Alabas, die dem Spielmannszug seit 25 Jahren vorsitzt. Sie selbst ist mit acht Jahren in den Verein eingetreten. „Das war im Jahr 1973, als der Kinderspielmannszug gegründet wurde“, erzählt die 60-Jährige. Das Interesse sei damals groß gewesen, rund 50 Jungen und Mädchen hätten das neue Angebot des Vereins angenommen. Nur zwei der damaligen Kinder seien bis heute noch im Spielmannszug.


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Nachwuchs wird gesucht

„Aus der Querflöte habe ich keinen Ton herausbekommen“, erinnert sich Annette Alabas an ihre Anfänge.

Deswegen rät sie auch jedem Neuen, nicht gleich aufzugeben, sondern ein anderes Instrument auszuprobieren, wenn die erste Wahl nicht gleich die richtige ist. Alabas entschied sich schließlich für die Trommel, nach etwa zehn Jahren wechselte sie zur Lyra. Sie ist derzeit die Einzige, die dieses Instrument beim Istruper Spielmannszug spielt. Nachwuchs wird daher dringend gesucht. Aber nicht nur für die Lyra, auch Flötenspieler würden fehlen. Interessierte für Trommel, Pauke und Becken seien ebenso willkommen. Geübt wird immer mittwochs von 19 bis 20 Uhr in der ehemaligen Grundschule. Die Instrumente werden vom Verein gestellt.

 

Vorsitzende Annette Alabas und Schriftführer Dennis Rubart (2. von links) mit den beiden jüngsten Mitgliedern Max Stohlmann (11, links) und John Popows (12, rechts) sowie dem ältesten aktiven Musiker, Heinz-Werner Geise (75). (© Michaela Weiße)

 

Die vier Gründungsväter August Schmidtmeier, Hermann Schnittger, Heinrich Suska und August Tegt probten damals noch im Steinbruch am Hurn, damit die Nachbarn nicht gestört wurden. „Später fanden die Übungsstunden im Saal des Lindenkruges statt“, ist in der Festzeitschrift zu lesen, die der Verein zu seinem 100. Geburtstag erstellt hat. Am Festwochenende ist diese für zwei Euro erhältlich, wie Schriftführer Dennis Rubart berichtet. Bis zum Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl der Musiker auf sieben, nach dem Krieg waren es wieder vier. Doch der Spielmannszug konnte über die Jahre immer mehr Mitglieder gewinnen. Zu den besten Zeiten seien es mehr als 35 gewesen, berichtet die Vorsitzende. Ob bei Festumzügen, Konzerten oder anderen Feierlichkeiten - der Verein ist bei zahlreichen Veranstaltungen dabei. Seit 1960 richtet der Spielmannszug auch den Istruper Karneval aus.

Verein verbindet Generationen

Auch wenn die Istruper keinen eigenen Kinderspielmannszug mehr haben, sind Jungen und Mädchen ab acht Jahren sehr willkommen. Die jüngsten Mitglieder sind derzeit die beiden Freunde Max Stohlmann (11) und John Popows (12) aus Blomberg. Beide spielen Trommel. „Ich war schon als Kleinkind immer beim Schützenfest dabei“, erzählt Max. Die Musik dort habe ihm besonders gefallen. Als er dann bei einem Tag der offenen Tür in der Blomberger Schießhalle den Istruper Spielmannszug kennenlernte, entschied er sich, einen Übungsabend zu besuchen. Kumpel John nahm er direkt mit. „Wir waren sehr begeistert“, erzählen die Jungs, die auch drei Jahre später noch mit viel Freude dabei sind.

 

Mehr als 60 Jahre älter als die jüngsten der aktuell 22 Spielleute, ist das derzeit älteste aktive Mitglied, Heinz-Werner Geise. Der 75-jährige Istruper ist bereits seit 57 Jahren dabei. Sein Instrument ist die Querflöte. Große Märsche könne er heute aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mitmachen, sagt er. Die Freude an der Musik sei in all den Jahren aber nicht weniger geworden. Der Spielmannszug habe für ihn immer an erster Stelle gestanden, sagt Geise, der von 1984 bis 2000 das Amt des Vorsitzenden bekleidete.

 

Von weggeflogenen Paukenschlägeln bis durchgeschlagene Trommeln

Neben den vielen musikalischen Veranstaltungen erinnern sich die Spielleute auch gerne an ihre Vereinsfahrten und andere besondere Erlebnisse zurück. „Wir machen jeden Spaß mit“, erzählt die Vorsitzende. So komme es vor, dass der Spielmannszug die Schützenmajestäten mitten im Schlafzimmer mit einem Ständchen wecke. Und nicht immer laufe alles rund. Annette Alabas berichtet von weggeflogenen Paukenschlägeln bis hin zu durchgeschlagenen Trommeln.

 

Doch was den Verein neben dem gemeinsamen Musizieren wirklich ausmache, sei der Zusammenhalt, wie Dennis Rubart betont. Und so freut sich der Verein, zu dem auch rund 80 passive Mitglieder zählen, auf ein schönes Festwochenende mit vielen Gästen.

 

Das Programm

 

Freitag, 16. Mai:

18 Uhr Kranzniederlegung am Ehrenmal mit dem Posaunenchor Istrup, 19 Uhr Festkommers im Festzelt, 20.30 Uhr Schlagerabend mit DJ MAC.

 

Samstag, 17. Mai:

14 Uhr Rundmarsch durch Istrup mit befreundeten Musikvereinen und örtlichen Vereinen, 15 Uhr Zusammenspiel auf dem Sportplatz, ab 15 Uhr Kaffee und Kuchen im Festzelt, ab 15.30 Uhr Bühnenspiel der Gastvereine, 20 Uhr Tanz im Festzelt mit „The T-Jay’s“ (Tanzband der Teutoburger Jäger).

 

Sonntag, 18. Mai:

10 Uhr Gottesdienst im Festzelt, 11 Uhr Frühschoppen und Ausklang mit der Marpetaler Blaskapelle.

 

An allen Tagen wird auch Kinderbelustigung angeboten. Tagsüber ist der Eintritt frei. Freitagabend kostet der Eintritt 5 Euro und am Samstagabend 8 Euro. Ein Kombiticket für beide Abende ist für 10 Euro erhältlich.

 

 

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